Ein neuer Feiertag

Stadtchroniken von Victoria, 10164 C.A. 2. Tag der 2. Hand im Monat Camerius

Die Redes des Administrators, Tasdron, der Ewige

anlässlich der Feier zur Geburt seines ersten Sohnes, Milo Tasdron

auftritt_007

Bürger von Victoria, Freunde und Weggefährten!

Heute ist ein Tag um zu feiern und ich freue mich, dass ihr alle so zahlreich erschienen seid. Die Stadt wächst und gedeiht und mit ihr auch unser Wohlstand. Wir sehen friedlichen Zeiten entgegen ich verspreche euch, ICH werde dafür sorgen das dies auch so bleibt. Wir haben viele Gefahren gemeinsam überstanden. Haben schlechte Zeiten gemeinsam gemeistert. Ich erinnere euch an die Piraten, die uns wie eine Laus im Pelz immer wieder aufs neue heimgesucht haben. Sie haben unseren Heimstein gestohlen, unsere braven und anständigen Bürger verschleppt und getötet. Ich erinnere euch an die dunklen Tage, an denen wir ohne Heimstein und ohne Orientierung durch die nicht endend wollende Nacht geirrt sind. Doch letztendlich waren wir siegreich und erstanden wie Phoenix aus der Asche. Wir gaben uns einen Heimstein und leben seitdem in Wohlstand und Frieden.

Wir haben noch mehr getan und eine mächtige Allianz gegründet. Die Vosk-Liga ist unser Garant für den Frieden in der Region und unser Versprechen an unsere Nachkommen. Niemals wieder werden wir zulassen, dass uns ehrlose Halsabschneider unseren Heimstein rauben, unsere Frauen und Sklaven verschleppen und die Zukunft unserer Kinder mit den Füssen treten.

Und wer war es, der euch all dies ermöglicht hat?
((Blick auf die Statue))

auftritt_004

Ich Tasdron, aus der Kaste der Händler, Administrator von Victoria verspreche euch noch viele Jahre des Wohlstands und des Friedens. Seht her, war ich nicht immer schon ein Mann des Volkes? Ein Mann aus eurer Mitte? Bei meiner Ehre und meinem Leben, bei den Priesterkönigen.. ich gelobe feierlich das ich euch noch viele Jahre führen werde. Ihr habt nur das Beste verdient, und das Beste was diese Stadt zu bieten hat steht vor euch.

Doch ich habe euch heute nicht gerufen, um über Politik zu sprechen, sondern mit euch gemeinsam zu feiern. Endlich, endlich nach so vielen Fehlschlägen wurde mir ein Sohn geschenkt.

((Zeichen an Rahel, sie präsentiert an dieser Stelle den quengeligen Säugling))

auftritt_001

Seht her Bürger von Victoria, seht her welch Segen die Priesterkönige mir gewährt haben. Hier ist mein Sohn Milo, der mich hoffentlich eines Tages beerben und meine Nachfolge antreten wird. Die Priesterkönige waren gnädig zu mir. Sie haben mir eine Sonne namens Rahel an meine Seite gestellt und nun endlich einen Sohn geschenkt. Meine Dankbarkeit kennt keine Grenzen. Heute möchte ich euch, den Bürgern dieser grossartigen Stadt etwas zurückgeben. Einen neuen Feiertag, an dem ihr Jahr für Jahr nun eure Arbeit für einen Tag niederlegen sollt um mit mir gemeinsam dieses freudige Ereignis zu feiern.

Der Tag soll fortan “der Tag von Tasdron und Milo” genannt werden und jeder Bürger der Stadt erhält einen Scheffel Getreide und ein kleines Fass Paga, oder den Gegenwert davon. Aber damit nicht genug. Für jeden neuen Sohn, der am gleichen Tag wie mein Erstgeborener das Licht der Welt erblickt, zahlt die Stadtkasse ein Goldstück. Und … nicht genug des guten, an diesem Tag sollen nun Jahr für Jahr Spiele abgehalten werden um das Ereignis zu feiern.

Kommentar des Chronisten:

Die Menge zeigt sich angetan, insbesondere die einfachen Leute und natürlich die Kaste der Händler. Etwas betretenere Reaktionen zeigten sich vor allem bei den Hochkastigen, die eine Administratoren-Händlerdynastie offenbar nicht als sehr erstrebenswert betrachten. Außerdem gehen Gerüchte um, dass die Erlasse nicht mit dem Hohen Rat abgestimmt waren. Man kann gespannt sein, ob die Kritik während der nächsten Ratssitzung offen geäußert wird oder die Spannungen weiter anwachsen.

Trotz dieser Unstimmigkeiten feierte die Stadt bis tief in die Nacht. Ein paar Beschwerden wegen Ruhestörungen an die Taverne “Das schlüpfrige Loch” sollen am frühen Morgen eingegangen sein. Schlägereien gab es nur im üblichen Rahmen. Zu Tode kam niemand. Das Sklavenhaus Crispus ist auf der Suche nach einer Sklavin, die mit einem Werbe- und Verkaufsschild herumlaufen sollte. Offenbar wurde sie entwendet.

fest_001

 

Advertisements

4 comments

  1. Soweit ich es anhand der bereits erschienen Blogposts und vor dem Hintergrund dessen, was ich in anderen Projekten bei Euch schon erleben durfte, beurteilen kann, war das gestern ein exzellenter Auftakt. Besonders angetan bin ich immer von den Reden. Wenn man im Lateinunterricht mit Ansprachen aus diesem “Genre” konfrontiert war, und deren Diktion und psychologische Strategie kennt, kommt es richtig authentisch rüber. Um die volle Wirkung solcher Reden nachempfinden zu können, besteht meines Erachtens die rollenspielerische Herausforderung darin, sich von der sofort aufkommenden Skepsis des aufgeklärten Neuzeit-Menschen frei zu machen. Aber das ist bei historischen Settings ja der grundlegende “IC-OOC-Konflikt im eigenen Kopf”. RP-dramaturgisch jedenfalls sehe ich förmlich, wie sich der Vorhang öffnet 🙂 Das verspricht ein spannendes Ränkespiel zu werden.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s