Pavidus

Die Wellen platschten an die Kaimauer und die Aequitas bot einen wahrlich traurigen Anblick. Lomerus und Ingula hatten nicht untertrieben und es würde mehr als diese Silber kosten das Schiff wieder flott zu machen. Aber wollte er wieder an Board?

Im Licht des Mondes betrachtete Pavidus die restlichen Silber die er in seinen Handflächen hin und her gleiten lies. Bei den Priesterkönigen, was hatte ihn da nur für ein Kur geritten.
Das Mondlicht spiegelte sich auf den Münzen und ein Grinsen schlich sich auf sein Gesicht. „Aber amüsant war der Abend und der Tag fing gar nicht mal so schlecht an.“

Die kleine Flussbarke steuerte auf den Hafen von Victoria zu, der Morgennebel verflüchtigte sich. Nach und nach konnte Pavidus die Hafenmauer, reichlich Lagerhäuser, eine imposante Stadtmauer und über dem Haupttor die alles überragende Statue eines Mannes erblicken.

Eine beachtliche Bauleistung und alles gut gepflegt, zeigte ihm sein inzwischen geschultes Auge. Es lagen etliche Schiffe am Hafen, die Fischer brachten ihre Fänge rein und das geschäftiges Treiben setzte in der frühen Stunde ein.
Sein Magen knurrte mal wieder und so machte er sich daran, bei den Fischern seine Hilfe anzubieten gegen Geld oder Essen. Als die Sonne höher stand war die Arbeit getan, bepackt mit reichlich Lebensmittel und einigen Informationen macht sich Pavidus auf den Weg in die Stadt.

Die Wachen musterten den jungen Burschen argwöhnisch, dessen Tunika vor lauter Dreck keine Kastenfarbe erkennen lies.
„Tal ihr edlen Krieger, heute ist das Fest welches der Administrator zu Ehren seines Erstgeborenen gibt und ich möchte in die Stadt und ihm zujubeln. Ich bin dafür extra aus dem Umland her gereist.“ Erzählte er ihnen gut gelaunt, die dreckigen Hände an der Tunika abreibend.

„Du wirst hoffentlich keine Dummheiten machen, für Diebe und sonstiges Gesinde ist kein Platz in der Stadt.“ Eilig versicherte er der Wache nichts anzustellen, sodass diese ihn durchwinkten.

Pavidus schlenderte durch die Gassen der Unterstadt, suchte sich ein zentrales Plätzchen konnte endlich in Ruhe essen und sich einen Überblick verschaffte. Er hörte so einiges über den Administrator, einen ehemaligen Wirt. Seine erste Gefährtin, die er zurückgeschickt hatte, und eine anstehende Wahl. Gut große Politik und Weiberkram, nichts was für ihn von Interesse war. Pavidus erkundigte sich nach den hiesigen Tavernen und Plätzen, wo sich üblicherweise Spieler aufhielten.

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Zum Zeitpunkt der große Rede schloss er sich der Menge an. Er fand etwas abseits einen guten Platz mit Blick auf das Podium, wo er, an die Mauer gelehnt, der Rede lauschte. Ein von sich sehr überzeugter Mann stand dort, stolz auf seinen Sohn, mit Zielen für die Zukunft und am Ende großen Geschenken für das Volk. Pavidus pfiff leise durch die Zähne als er das mit dem Goldtarsk für jeden Jungen hörte. Na ja nicht der Administrator selber wollte den zahlen, eher die Stadtkasse.

„Raffiniert der Kerl, er könnte ein Pirat sein.“ murmelte Pavidus vor sich her. Das Jubeln der Menge setzte noch mal an, die Worte des Administrators „Es ist heute alles frei, jede Rechnung zahle ich.“  bekam er noch mit als er auf dem Weg in die Taverne war.

„Verdammt, ich hätte besser zuhören sollen“ fluchte Pavidus.

(Fortsetzung folgt, ein Beitrag von Pavidus)

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