Pavidus, die Blonde und 21 Silber

Pavidus kletterte auf die Aequitas, es war ein heilloses Chaos das ihn da erwartetet. Viel war von dem einst stolzen Schiff nicht zu sehen. Während er sich systematisch daran macht alle Schäden aufzunehmen schweiften seine Gedanken wieder zu dem Abend zurück.

Wenn er schon mal in einer fremden Stadt war, ging Pavidus gerne Umweg durch die Seitengassen. Als er wieder auf die Hauptgasse zusteuerte glaubte er seinen Augen nicht zu trauen „Lomerus, Ingula was macht ihr denn hier?“ rief er mehr als erstaunt aber auch freudig aus. Beide sahen nicht gerade besonders gut aus. Vor allem Ingula schien es schlecht zu gehen.

Seine anfängliche Freude schlug um als Lomerus ihm erzählte, dass die ganze Mannschaft tot oder verschollen war und die Herrin stark beschädigt im Hafen lag. Der Vorwurf, dass Pavidus vorher abgehauen war, ließ ihn nur die Schulter zucken. „Du weist das ich ihn finden muss. Aber lasst uns in die Taverne gehen und dann erzählt mir alles, der Administrator zahlt heute alles.“

Die Menge drängte sich in der Gasse, als Pavidus diese blonde Sklavin mit dem Schild auf den Hinterteil sah.

Eine Werbekajira sollte sie sein, Angebote sollte man an das Sklavenhaus Crispus geben. Das einer der vorbeikommenden Krieger sich für diese Blonde interessierte und dafür sogar einen Silber zahlen würde hielt Pavidus eher für einen Scherz.
Verrückt einfach verückt, eine wertvolle Kajira würde kein Sklavenhändler so auf der Straße rumlaufen lassen und einfache Dinger wie diese, würden wohl nur ein paar Kupfer kosten.

Nein er hatte jetzt Durst und Hunger und bevor er ahnlang warten musste bis dort eine Pagakajira sich bequemte was für sie zubringen. Warum sollte er lange warten ob sein Angebot vom Händler angenommen wurde oder nicht ? Und den ganzen Umstand wegen ein paar weniger Kupfer? Ein Gedanke sprang ihn förmlich an.
“Sagte der Administrator nicht er zahlt alles? Vielleicht sollte der Sklavenhändler die Rechnung an diesen dann schicken”. Grinsend schaute er zu Lomerus und Ingula “Ich denke ich kaufe sie. Dann müssen wir in der Taverne nicht so lange warten.”

Die Blonde versuchte noch ihn zu dem Haus ihrer Herrin zu bringen, protestierte zaghaft. Aber Pavidus nahm der Kajira das Schild ab, zückte seinen Stift und quittierte den Kauf der Kajira auf dem Schild.

Gekauft von Pavidus, Rechnung an den Administrator, 10164 C.A. 2. Tag der 2. Hand im Monat Camerius .

Die Verwirrtheit der Kajira interessierte ihn herzlich wenig und scheuchte sie mit einem Klaps der Quittung auf ihren Hintern Richtung Taverne. Das Schild würde er morgen bein Sklavenhaus vorbeibringen. Aber es kam alles anders.

blick_taverne_001

Die Taverne war brechend voll. Die Terrasse war schon besetzt mit einer Gruppe von Händlern.
so dass Lomerus und Pavidus sich noch Plätze am Tanzkreis ergatterten.

Die Blonde scheuchte er los was zu trinken besorgen, erstaunlicherweise ging das auch recht fix. Ein guter Kauf also. Die anderen Männer am Tanzkreis wurden auf die Blonde aufmerksam, vor allem ein Krieger und ein Schreiber die wohl befreundet waren. „Kann die Kleine auch was?“ Na die Frage war schnell beantwortet indem Pavidus die Blonde erneut rumscheuchte „Ab mit dir in den Tanzkreis, es ist ja schließlich ein Tag zum feiern, zeig was du kannst.“
Das Gestammel der Blonden, dass sie doch gar nicht Pavidus gehörte sondern dem Sklavenhaus wurde nicht besonders ernst genommen. Aber wie sich später noch herausstellte doch von einigen gehört.

Es war nicht besonderes gut zu verstehen was Lomerus ihm erzählte. War die Blonde am Anfang noch ungeschickt, schien sie mit Einsetzen der Trommeln, die jemand schlug, immer feuriger zu werden und die Stimmung um den Tanzkreis wurde immer lauter. Der Krieger schien sie mit seinen Augen zu verschlingen und dann kam das erste Gebot, 2.

Pavidus bekam es nicht sofort mit, bis von draußen jemand laut rief 3. Der Preis schnellte in die Höhe und war bald auf 6. Sechs Kupfer nicht schlecht für die Blonde, war der erste Gedanke den Pavidus hatte, bis der Krieger laut rief.

„10 Silber zahle ich für sie.“ Der Paga war für Pavidus vergessen, meinte der Krieger das ernst?
„10 Silber zahlst du für sie?“ vorsichtshalber fragte Pavidus nach. „Ja, sie gehört dir doch oder.?“
„Ja sicher doch, ich habe sie eben gekauft.“ mit diesen Worten zeigte Pavidus das Schild.

Der Wirt mischte sich ein „Das ist ja noch garnicht geklärt, die Kajria meinte sie gehört noch dem Skalvenhaus.“ Aber so richtig überzeugend klang das auch nicht.
Der laute Bieter von draussen kam nun auch dazu und bot auf einmal ganze 12 Silber und 40 Kupfer. Die Erregung stieg in Pavidus, waren die Leute denn hier verrückt soviel auf eine tanzende Kajira zu bieten von der sie sonst nichts wussten?

„15 Silber“ kam es nun vom Freund des Kriegers. Ein Palavern zwischen den beiden gab dem Alten die Möglichkeit das Gebot auf 16 zu erhöhen. Pavidus sprang auf. „16 Silber sind geboten.“ Kaum hatte er das laut gesagt ging es nochmal rauf mit dem Preis bis der der Krieger aufstand und laut verkündetet. „21 Silber und es ist mir egal wem sie gehört.“

Ein kurzes Zögern, aber es war zu spät. Der Preis war zu verlockend und das es dem Krieger noch egal war erst recht.
„VERKAUFT an den Krieger dort für 21 Silber, zahlbar sofort.“ rief Pavidus aufgeregt und laut. Schnell hielt er seine Hand hin. Kaum war das Geld sein, drückte er dem Krieger das Schild als Quittung in die Hand. Es sollte ja seine Ordnung haben.

Mit einem breiten Grinsen schaute Pavidus zu Lomerus, liess sich auf das Kissen fallen und trank den Paga leer. Einige Silber wurde er gleich los, er konnte es Lomerus nicht abschlagen. Doch mit dem Rest machte er sich dann irgendwann auf den Weg zu Hafen wo er eine einfache Unterkunft gefunden hatte. Morgen würde er endlich mal wieder baden können und so viel essen, dass sein Magen nicht knurrte.

Die Warnung einiger Leute, ob er wüsste was er da tat und das die Großzügigkeit des Administrators nur auf den Paga bezogen war, waren verblasst. 21 Silber soviel hatte er lange nicht gehabt. Und selbst wenn der Sklavenhändler kein Geld vom Administrator bekam. Nie hätte er soviel Geld für eine Werbekajira bekommen. Er könnte von dem Rest immer noch den Händler bezahlten, wenn es denn je dazu kommen sollte. Es lag wohl an dem Tag der Feier das den Leuten das Geld so locker in den Beuteln saß.
Das Stück Rencerpapier war inzwischen voll geschrieben. Mit gerunzelter Stirn überschlug er die Kosten. Es würde mehr kosten als auf den ersten Blick gedacht. Es galt einiges zu organisieren.

Pavidus hatte die Tage so einiges in der Stadt erfahren und hier schienen nur die reichen Tarsksäcke zu hocken, reiche Händlerhäuser auf jeden Fall. Aber vielleicht würden sie doch schneller alles für das Schiff zusammen bekommen als gedacht. Vom Alten aus der Parfümerie hatte er erfahren, dass dieser sogar 3 Gold für die Blonde gezahlt hätte. Verrückt, einfach verrückt, das Parfüm musste dem Alten das Gehirn umnebelt haben.
Das jemand ihn suchte wegen der Blonden hielt Pavidus nach einigen Tagen für ein Gerücht. Nichts war geschehen, er konnte unbehelligt durch die Stadt gehen. Wahrscheinlich war es als grober Unfung untergegangen.

Als Pavidus vom Schiff kletterte folgte er lauten Rufen die ihn zu einer Gruppe von Kaissaspielern führte. Aufmerksam schaute er sich jeden an, aber er war nicht dabei. Nun es gab noch andere Tage und andere Spiele und Wettmöglichkeiten, er würde ihn dort schon finden….

((ein Beitrag von Pavidus))

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2 comments

  1. Ah, der hat Gaius also den unerquicklichen Krams aufgehalst! Und ich bin immer noch der Meinung, dass man wertvolle Kajirae wie billige in einer sicheren genau so herumlaufen lässt wie man anderswo sowohl Ford Fiestas als auch Porsche Cayennes – zumal mit dem großen Werbeaufdruck „Autohaus Crispus“ parkt, ohne dass die sofort geklaut und ohne Papiere an der nächsten Straßenecke verbimmelt werden. Das, mit Verlaub, ist das sehr viel verrücktere.

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