Pavidus: Ruhige Tage danach, aber nicht lang

Pavidus kratzte sich am Nacken, fuhr mit den Händen durch seine kurzen Haare und fluchte vor sich her. Sein Blick viel auf den Packen der neben ihm im Gras lag. Er hatte sich eine Stelle außerhalb der Stadt gesucht wo er erst mal in Ruhe nachdenken konnte. „Schon wieder verkleiden. Mist dabei fing das an Spaß zu machen.“ Fluchte er erneut, schaut auf das Schwert und das rote Hemd das neben ihm lag, den Helm der ihm von Anfang an zu groß war, drehte er in der Hand bis er den zu Boden warf.

Er riss sich die restlichen Sachen vom Leib und sprang in das kühle Nass vom Vosk. Mit kräftigen Zügen durchpflügte er das Wasser und mit jedem Zug zog eine der letzten Ereignisse vor seinen Augen her.

Die Tage nach der Feier waren eher ruhig, die Leute liefen mit verkniffenen Gesichtern rum und verzichteten freiwillig auf lautes Rede, Pagagiani!
Die Warnung noch im Gedächtnis bewegte sich Pavidus mit erhöhter Wachsamkeit durch die Gassen schaute sich die Gruppen und Leute immer erst aus der Ferne genauer an. Aber nichts geschah, keine vermehrten Kontrollgänge von Kriegern oder sonstige neugierige Fragen oder seltsame Gestalten in den Gassen der Unterstadt.

Der Alte vom Duftladen schaute ihn grinsend an, lobte ihn sogar noch, dass er das gut gemacht hätte. Pavidus blieb der Mund offen stehen als er hörte, dass eben jener sogar 3 Gold für die Blonde gezahlt hätte.
Es schien der Alte mochte ihn. Einige Tage später bot er ihm sogar seine Hilfe an, als sich doch Gerüchte mehrten das entweder das Sklavenhaus oder der Krieger nach ihm suchten. Und auch, dass Pavidus dessen Nichte getroffen hatte und hier am Laden nach ihr fragte schien ihn nicht zu stören.
Pavidus tauchte ab als er an Callista dachte. Er wusste nicht mal ob sein Kopf noch lange genug auf seinen Schultern blieb um sie noch mal zu sehen. Prustend tauchte er auf und schwamm weiter.

Bei seinen Erkundungsgängen, die er zum Abend in die Oberstadt verlegte, fand Pavidus auch das Haus des Baumeisters. Wenn er dort nachfragte, bekam er von dem Haussklaven immer nur die Auskunft das dieser auf Reise war oder Baustellen. An einem Abend bemerkte er auf der gegenüberliegenden Seite eine Feier vom Sklavenhaus Crispus.

Verdeckt von der Mauerecke schaute er sich die Leute an die draußen auf dem Balkon standen. Einige Worte trug der Wind zu ihm rüber und ließen ihn den groß gewachsenen Mann in der blauen Tunika näher anschauen. „Das ist also der Richter.” Leise murmelte er vor sich her. Allerdings mehr als von hinten konnte er diesen nicht sehen, halblange braune Haare, eine recht stattliche Gestalt, was er für einen Schreiberling nicht oft sah. Im Licht der Fackeln erkannte es im Bund etwas glänzendes, einen Dolch.
Als er sich verabschiedete folgte Pavidus ihm vorsichtig im Schatten der Insulate. Er hatte einen Verdacht wo der Richter lebte, aber es war immer besser es genau zu wissen.

Da, ja richtig, die erste Villa links vom Regierungsviertel gleich hinter dem Gerichtssaal. Der Richter verschwand in der Villa. Ob es noch was zu hören gab? Pavidus schaut zu den Wachen an dem oberen Platz, von dort hatten sie einen guten Überblick aber die Mauer der Treppe bot einen toten Winkel den Pavidus ausnutzte. Geduckt huschte er bis zum Vorhof, schlich die Wand entlang bis er an einem Fenster Stimmen hörte. Vorsichtig lugte er über den Rand um den Richter und eine junge Frau zu erblicken. Seine Nichte wie er wusste. Es ging nur um belanglose Dinge, so dass er weiter ums Haus schlich, jedesmal durch die Fenster lugte und sich die Räumlichkeiten einprägte. Küche, Bad, der Aufenthaltsraum und etwas weiter hinten konnte er den Schlafraum erkennen.
Auf dem Rückweg hörte er von drinnen die Stimmen anders klingen. Da herrschte nicht gerade Friede zwischen den beiden, es hörte sich eher eisig an. Etwas abgelenkt übersah er die Vase vor sich, stieß dagegen, konnte sie gerade noch halten, aber das Metall schabte über die Steine. Erschrocken hielt er die Luft an. Hatten sie das da drinnen gehört?

Als nichts geschah machte Pavidus sich auf dem gleichen Weg davon wie er gekommen war.
Es standen noch einige andere Villen auf seiner Liste, aber die Villa des Richters hatte er nun fest in seinem Kopf.
So langsam wurden seine Züge ruhiger die Wut war etwas gewichen. In einem ruhigeren Teil am Ufer drehte sich Pavidus auf den Rücken und ließ sich treiben.

Es war wohl doch was dran an dem Gerücht, dass er gesucht wurde. Die Warnung von Lomerus einige Tage später nahm er sehr ernst. Lomerus war mit dem Krieger Sergius in der Taverne aneinander geraten. Verkleiden sollte Pavidus sich, die Haare abschneiden und das ausgerechnet von Laesio der nicht besonders geschickt darin war.

Verkleiden als was? Er hatte sich gerade eine Tunika geleistet die ein wenig seiner Kastenfarbe enthielt, die Hoffnung gehabt hier seine Ausbildung weiter zu machen. Seit er in Selmar als Schiffsjunge auf der Aequitas anheuerte, hatte er seine Farben nicht mehr getragen. Die Reparatur der Herrin würde einige Zeit in Anspruch nehmen, also Zeit genug dafür. Aber nein, das konnte er nun vergessen.

Immer noch grübelnd was er nun machen sollte viel sein Blick auf das rote Hemd. Grinsend dachte er an den Abend wo sie versucht hatten in der Therme was zu organisieren. Leider kamen sie zu spät,die Frauen kamen ihnen schon entgegen. Rot also, vielleicht keine schlechte Idee.

Es war nicht schwer bei den Handwerkern in der Unterstadt für wenig Geld etwas zu besorgen. Bei einem Metallhändler fand er einen Helm, der das Gesicht gut verdecken würde. Ein Schwert von einer Frau deren Sohn in einem der Kriege gestorben war. Laesio raspelte ihm noch die Haare kurz, eine Kräutermischung von Lomerus machte diese dunkler.
So richtig wohl fühlte er sich nicht. Im Zimmer schritt er einige male auf und ab, das Schwert schlug ihm gegen das Bein, er musste den Gürtel immer wieder richten und der Helm war etwas zu groß. Aber es war eine Verkleidung.
Das Wasser perlte von seiner Haut als er aus dem Vosk stieg, die Sonne war gerade noch warm genug um ihn zu trocknen. Er legte seine Sachen an, hocke sich auf einen Baumstamm und stärkte sich mit Käse und Brot. Er musste auflachen als er an seinen ersten Gang durch die Stadt dachte um die Verkleidung zu testen.

((ein Beitrag von Pavidus))

 

 

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