Stahl trinkt Blut

Vega spürte wie Aurora, die Gefährtin des Illarion, nach ihrer Hand griff und versuchte sie ins Haus zu ziehen. Das Geräusch der Klinge, die mit einer fließenden Bewegung aus der Scheide gezogen worden war, Valerius, der nun sein Gladius in der Hand hielt, dessen Spitze drohend auf die Kehle von Caius Aelius zeigte, Caius’ Worte, die zuerst so überheblich geklungen hatten und nun seine durchtriebene Feigheit offenbarten, all das schien verlangsam vor ihren Augen abzulaufen, in der grauenvollsten Detalliertheit, zu der ihr Verstand in der Lage war. Wie versteinert stand sie, unfähig sich zu rühren. Valerius’ Muskeln waren angespannt, er hatte zu schwitzen begonnen, ob vor Zorn oder vor Konzentration auf den bevorstehenden Kampf, wusste Vega nicht zu sagen.

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Caius Aelius hatte Valerius’ Ehre in Frage gestellt und ihn als Wortbrecher bezeichnet. Hatte damit gedroht sich an Tasdron zu wenden, diese Ost. Diese Ost, die sich noch vor wenigen Hand vor Vegas Augen auf der Liege geräkelt und Pläne gesponnen hatte, wie man Tasdron einen Bastard anhängen und mit Hilfe eines unschuldigen Kindes die Führung über Victoria an sich reißen konnte. Ein Duell unter Tasdrons Augen, das war offenbar die Vorstellung von Caius gewesen und nun stand er da und sah sich Auge in Auge mit dem ersten Schwert von Victoria, dessen Gladius nach seinem Blut dürstete. Valerius offenbarte in diesem Moment, dass er mehr Krieger als Politiker war und bestand darauf, die Forderung sofort auszutragen. Caius, getragen von Hochmut und Spott, die wohl seinem Charakter innewohnten, hatte die Situation immer mehr angestachelt und das erste Schwert als nicht sehr hell im Kopf bezeichnet.

Mittlerweile hatten sich Schaulustige den Weg hochgedrängt. Arrec, der neue Krieger des Hauses Atticus, hielt sein Gladius bereits in der Hand und auch Benendicus, der dem Haus Aelius angehörte, wirkte angespannt und zum Kampf bereit. Aber Valerius wollte es selbst tun. Auf offener Straße standen sich die Krieger zweier Häuser der roten Kaste in offener Feindschaft gegenüber. Vegas’  Worte waren ungehört verhallt. Die Warnung, dass sie mit einem Zwist innerhalb der Kriegerkaste Tasdron nur in die Hände spielen würden, hatten keinen Eingang mehr gefunden in die erhitzten Gemüter.

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Dann explodierte die Wut und Vega sah nur die das Licht reflektierende Klinge, ihr Schrei zerriss den Moment der angespannten Stille und dann ging Caius Aelius zu Boden. Valerius zog das Schwert zurück und trat beiseite. Dein Blut auf meiner Klinge, Caius, aber ich werde dich nicht töten. Was das bedeutet, weißt du. Dann wandte er sich an die Umstehenden. Holt einen Heiler, damit er nicht stirbt.
Jemand bahnte sich seinen Weg durch die Menge, Vega wurde unsanft beiseite gedrängt von Milena und Anaya, den Frauen aus dem Hause Aelius. Seraphina Saltutaris, die Heilkundige, traf ein, während das Blut von Caius übers Pflaster ergoss. Aufgeregtes Stimmengewirr, dessen Inhalt Vega nicht mehr aufzunehmen vermochte. Sie nutzte den Moment um zu Valerius zu kommen, dieser aber schob sie sanft zur Seite, was sie erschrak. Er roch anders, er fühlte sich anders an. Sie kannte diesen Geruch von Blut und adrenalingetränktem Schweiß nicht. Verwirrt bahnte sie sich den Weg zurück durch die Menge und taumelte nach Hause.

Die Ost Caius hatte ihre Giftzähne gezeigt und war dann beinah zu Tode getreten worden. Vega hatte keine Erinnerung mehr daran, wie sie hinunter an den Hafen gelangt war, aber ihre Füße hatten sie offenbar heimwärts getragen und dann war Arrec neben ihr und teilte seinen Wein mit ihr, direkt aus der Bota. Ihre Hände wollte gar nicht mehr zu zittern aufhören und sie war froh über die Gesellschaft. Gleichzeitig empfand sie Scham darüber, dass ein blutiger Kampf sie so aus der Bahn zu werfen vermochte. Sie war nun die Gefährtin eines Kriegers und wollte stark sein.

Ein geknüpftes Band und ein zerschnittenes Band.

Vega war sich sicher, dass Caius Aelius oder Areneus, wie man ihn nannte,  sein verschontes Leben als Schmach empfinden würde. Die beiden Häuser der roten Kaste würden sich in Feindschaft gegenüber stehen, wenn niemand einen Weg fand, eine Aussöhnung herbeizuführen.

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3 comments

  1. Nun ja, wenn ich der Führer eines Hauses der roten Kaste wäre, würde ich auch zynisch reagieren, wenn jemand die Frechheit besitzen würde, Erstes Schwert hin oder her, mich zum Streifen-oder Wachdienst in der Unterstadt aufzufordern :), passte meiner Meinung nicht ganz,, da Araneus ganz sicher ne lange Liste von Soldempfängern hat, die das für ihn machen. Er ist ihr Führer, er führt. Aber ok, ich bin gespannt, wie es weitergeht. Valerius hatte sicher seine Gründe Araneus zu provozieren, wie gesagt, ich bin gespannt 🙂
    Gruss, Lucia vom unteren Rang

  2. Vega ist selbstverständlich auf Seiten ihres Gefährten.
    Was mich aber OOC nicht davon abhält zu betonen, dass ich die Kampfhähne ganz neutral als gleichermaßen schuldig an der Eskalation betrachte. Jeder hat entsprechend seiner Char-Anlagen.

    Danke für die Action. Und das ganz ohne OOC Geschrei im Hintergrund. 😀

  3. Gaius sagt:

    Alles Mimosen, die Rokastigen! Können nix ab heute, die Führungskräfte. Hauen sich selbst den Schädel ein, statt ihre Arbeit zu machen und zum Ruhme der Stadt einige Dörfer zu unterwerfen sowie für Sicherheit in den Straßen zu sorgen! Alles tickende Zeitbomben mit ihrem Gefasel von Kodex und Ehre und Stahl und bla. Die wahre Freude liegt doch darin, wenn man sie in die Arena wirft und noch Geld dabei verdient, wenn sie sich zur Volksbelustigung auf die Omme geben! *lacht leise vor sich hin*

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