Nichtöffentliches Gemauschel

Der erste Teil der außerordentlichen Ratssitzung bestand eigentlich nur aus einer Begehung der möglichen Bauorte für die Latrinen in der Unterstadt. Die Herren Magistrate und der Admistrator ließen sich von Lucius Cornelius zu den Plätzen führen, wo aus billigstem Holz Platzhalter errichtet worden waren. Im Gefolge der Magistrate befanden sich einige interessierte Bürgerinnen und Bürger, sowie die üblichen Schaulustigen. Vega war eigentlich nur dabei, weil es sie interessierte, ob sich ihr morgendlicher Fußweg unter Umständen verkürzen würde.

Der erste Platz befand sich gleich neben den Thermen zu Victoria, eine Nische, verborgen vor den Blicken von Passanten.

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Der zweite Platz war der umstrittenste, weil Corvus und Portia, die Betreiber vom schlüprigen Loch sich vehement dagegen wehrten eine Latrine neben ihrer Taverne zu haben. Lucius erklärte – Vegas Meinung nicht ganz zu Unrecht – dass es ihnen vermutlich lieber sei die betrunkenen Männer schifften an ihre Wände und ließen ihre Haufen im angrenzenden Gebüsch zurück.

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Der dritte Platz befand sich passenderweise hinter den Stallungen, wo die Geruchsbelästigung durch die Tharlarion-Gehege ohnehin schon exorbitant war. Vega empfand den Platz aus drei Gründen passend: Hier stanken die Latrinen nicht zusätzlich. Sie konnte bequem nach dem Jagdausflug eine aufsuchen. Und zum dritten fehlte auf dieser Seite der Stadt am dringendsten ein Platz für das Verrichten der Notdurft. Die anderen Magistrate schienen das ähnlich zu sehen, aber die Beschlussfassung würde bist zur nächsten richtigen Sitzung warten müssen. Totilas schlug zur Krankheitsverhütung vor einfach die Unterstadt mit einer Mauer zu umgeben, von wo aus nur ausgewählte Bewohner mit Passierschein in die besseren Stadtteile vordringen durften, aber da niemand ihm zustimmte, ging Vega davon aus, dass es einer der üblichen Anwandlungen der Salutaris war, die man nicht unbedingt ernst nehmen musste.

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Der zweite Teil des Abend, den Vega als den spannenderen erachtete, fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Tasdron bat die Mitglieder des Rates zu einem Besuch in den Thermen und da er die Nichtöffentlichkeit der Sitzung so sehr betonte, vermutete Vega allerhand ungute Machenschaften, die ihnen ins Haus standen.

Die einzige Möglichkeit etwas über das Gemauschel hinter verschlossenen Türen zu erfahren, würde vermutlich ein Aushorchen der Sklavinnen sein, die den Männern unten Wein servieren durften. Vega schlug leicht verstimmt den Weg nach Hause an und beschloss, sich eines der Mädchen in den nächsten Tagen zu greifen.

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