Der Gladiator im Ludus

Noch während er sich umzog, spürte er, wie seine Hände feucht wurden in Gedanken an dem bevorstehenden Kampf. Sich den Schwertgurt umlegend, zog er das Gladius und führte ein paar Schläge zur Probe aus. Mit jedem Schlag steigerte sich sein Puls und seine Atemfrequenz. Die Lust und Geilheit auf die Sklavin, die er zuvor hatte, wie weg geblasen. Das Gladius fühlte sich vertraut an, aber Himmel, was war er eingerostet. Zu lange schon hatte er nicht mehr getötet. Zu lange schon hatte er sich nicht mehr dem Vergnügen hingegeben, Todesschreie zu lauschen. Es wurde Zeit und so schob er das Schwert zurück in die Scheide und machte sich an den Aufstieg zur Übungsarena. Dort angekommen, musterte er den muskelbepackten Gladiator, ging in die Hocke und rieb sich seine Hände mit Sand ein, um das Gladius sicherer halten zu können.

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Zur Mitte laufend zog er das Gladius. Sein Blick fand den des Gegners, beide stürmten sie vor und hieben auf sich ein. Die Schläge des Gladiators prasselten nur so auf ihn nieder und mit einem Mal spürte er selbst, das er sonst nur in den Gesichtern seiner Opfer lesen konnte… Todesangst. Noch in dem Gedanken gefangen ging er zu Boden und der Gegner ließ von ihm ab.

Nach einer Weile rappelte er sich wieder auf, mobilisierte seine Reserven, während ihm noch immer der Schweiß in Strömen lief. Auf den Gegner zustürmend liess er sofort eine Serie an harten Schlägen auf diesen niedergehen und schickte ihn schwer atmend zu Boden. Mittlerweile hatten sie Zuschauer, doch blendete er diese aus, wie der Gegner, scheinbar völlig unbeeindruckt auf ihn zustürmte und ihn zu Boden schickte, ohne dass er auch nur den Hauch einer Chance hatte. Zu lange hatte er nicht mehr gekämpft. Zu lange schon sass er nur noch seinen Hintern platt. Das rächte sich nun. Kaum, dass er sich wieder aufgerappelt hatte, lag er schon wieder. Nun verstand er die Gladiatoren, die geschlagen auf den finalen Hieb warteten. Doch dieser blieb aus.

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Er erhob sich, voller Blessuren und hektisch atmend. Kaum zu Luft gekommen, gratulierte er dem Gladiator Kjartan, bevor er wieder in den Keller ging, um sich den Dreck abzuwaschen, seine Blessuren zu behandeln und sich wieder die Tunika anzuziehen. Trotz der Schmerzen grinste er, wie er das Übungsschwert aus Holz wieder in den Ständer schob. Fauna erwartete ihn, Taisia brauchte einen Medicus. Also auf, an die Arbeit.

 

von Lomerus (Ganzbaf Rasmuson)

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