Servius: Der Schatz

Servius: Der Schatz

Die lauten Schreie in den Gassen waren verstummt. Die Krieger von Victoria schlugen die letzten Aufständischen erbarmungslos nieder. Im Schatten einer Mauer hockte zitternd ein Mann, sein Auge verfolgte ängstlich und aufmerksam ob sich jemand seinem Versteck näherte.

Irgendwann verstummten auch die Tritte und Rufe der Rarii.
Dunkel war es inzwischen geworden. Die Wolken hingen vor den drei Monden, gespenstisch ertönte noch hier und da ein Wimmern, Schatten huschten gebückt durch die Gassen.

Vorsichtig bewegte sich der Mann, kroch aus seinem Versteck als er mit einem Fuß in einem Loch nah der Mauer hängen blieb. Ein Fluchen war zu hören, ein hastiges Umschauen ob ihn jemand gehört hatte.  Er zog an dem Fuß, doch der steckte tief drin. Immer wieder um sich schauend machte er sich dran das Loch zu erweitern. Auf einmal hielt er inne um dann nur noch hastiger zu wühlen. Kaum war der Fuß draußen buddelte er weiter, Steine lösten sich, tief streckte er seinen Arm in das Loch, griff nach etwas, zog, es blieb hängen, er buddelte wieder bis er endlich einen Beutel hervorzog.
Schwer atmend als wenn er Meilen gelaufen wäre, schaute er im Dunklen auf den Beutel.
Vor Aufregung zitternd fingerte er an dem Knoten. Ein Fluch begleitete seine Bemühungen bis er kurzerhand das Messer zog und dran rumschnitt.

Der Beutel öffnete abrupt etwas hartes kullerte heraus und viel zu seinen Füssen. In dem Moment wurde es heller, die Wolken zogen vorbei, das Licht der drei Monde viel in die Gasse und verwandelte die kleine Ecke wo er hockte in ein buntes Licht. Es funkelten ihm Gold und Silbertarsk und bunte Edelsteine entgegen.
„Schatz. „ krächzte er mit trockener Kehle. Die Augen weit aufgerissen strichen seine zitternden Finger über die Gold- und Silbertarsk, ein rot funkelnder Robin zog ihn magisch an. Fast liebkosend nahm er den Stein, hielt ihn in das Lichte des Mondes. „Ein Zeichen der Priesterkönige, mein Schatz.„ er lachte geckernd auf. Ein Geräusch liess ihn herumfahren. Mit gehetztem Blick stopfte er alles wieder in den Beutel. Die blutigen Finger schoben die Steine und Erde hastig zurück.

Er versteckte den Beutel unter seiner Tunika, presse ihn fest an sich. Dann hatten die Gassen einen Schatten mehr der sich davon schlich, leise geckernd lachend „Schatz, mein Schatz.“

 

Von Servius dem Tavernenwirt (Nobody Melodie)

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s